Südamerika leidet unter der Champions League

In den Klauen der Kolonialmacht: Der Fußball in Europa fasziniert nicht nur die besten Spieler, sondern auch die Fans aus Südamerika. Das hat mehrere Gründe – und hat gravierende Folgen. Von Tobias Käufer, Bogota, für die FAZ.

Nur noch bei Länderspielen ausverkauft: Stadion in Barranquilla Foto: Tobias Käufer

Zwischen den überwiegend weißen Trikots von Real Madrid haben sich auch ein paar blaue Farbtupfer des Gegners aus Paris gemischt. Es ist 14.45 Uhr Ortszeit in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá und im umtriebigen Geschäftsviertel rund um das Nobeleinkaufszentrum „Centro Andino“ im reichen Norden sind die Restaurants und Kneipen bis auf den letzten Platz besetzt.

Im rund 11.000 Flugkilometer entfernten Europa treffen mit Real Madrid und Paris Saint-Germain zwei Schwergewichte der Champions League mit ihren zahlreichen lateinamerikanischen Stars aufeinander. Der kontinentale Fernsehsender ESPN überträgt die Partie live zwischen Acapulco und Feuerland, nach Spielschluss wird das Duell noch mehrmals in voller Länger über den Sender gehen. Die europäische Königsklasse ist ein Quotenhit in Südamerika.

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