Der Ampelkicker von Asuncion

Ein Junge aus bettelarmen Verhältnissen wird mit Fußball-Kunststücken an Verkehrsampeln zu einer lokalen Berühmtheit. Nun bekommt der Teenager die Chance seines Lebens bei seinem Lieblingsklub.

Von Tobias Käufer, Bogota, für 11Freunde.de

Keinen Millimeter bewegt sich der Ball auf dem Rücken, als Ivan Genes zur Liegestütze auf dem Zebrastreifen ansetzt. Der Dreikäsehoch aus Asuncion hat seine Choreographie sekundengenau geplant: Ein paar Pirouetten, dazu ein paar Mal den Ball mit dem Fuß in der Luft halten und schließlich noch an den Autos vorbei, die Münzen einsammeln, wenn es den welche gibt. Für die Autofahrer mag die Ampelphase zu lange dauern, für Ivan ist jede Sekunde ein Kampf um Aufmerksamkeit und Münzen.

Bis vor kurzem war der 14-jährige Junge aus der paraguayischen Hauptstadt noch ein unbekannter bettelarmer Knirps, der versuchte, im täglichen Überlebenskampf gegen Hunger und Armut als Fußballartist über die Runden zu kommen. Als Schuhputzer habe er gearbeitet, sogar schon einmal dem milliardenschweren Staatspräsidenten Horacio Cartes in der Kathedrale die Schuhe geputzt. Dafür gab es ein Foto, aber eben nur wenig Geld. »Mit Schuhe putzen verdienst Du nichts, deswegen habe ich es mit Fußballakrobatik versucht.«

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