Red Bull: Rohrkrepierer in Brasilien

Eigentlich sollte Red Bull Brasil die Rolle des Zulieferanten für die Teams in Leipzig, Salzburg und New York übernehmen. Doch das ambitionierte Projekt in Südamerika liegt sportlich in Trümmern.

Von Tobias Käufer, Bogota, für die Wiener Zeitung

São Paulo/Bogotá. Das Tor, das wieder einmal alle Träume des sportlichen und wirtschaftlichen Aufstiegs zunichte machte, fiel bereits in Minute acht: Nilo erzielte für die Gäste aus Espírito Santo das Tor zum 1:0-Endstand. Nicht Red Bull Brasil, sondern Espírito Santo darf nun weiter vom Aufstieg träumen. Die Gastgeber aber verspielten am sechsten und letzten Spieltag der Gruppe A14 der brasilianischen Serie D im Estádio Nabi Abi Chedid alle Chancen auf einen Aufstieg in die dritte Liga: Saison beendet, Träume geplatzt.

Von Euphorie war ohnehin nicht viel zu spüren: Laut Spielbericht verloren sich gerade einmal 230 Zuschauer in der weitgehend menschenleeren Arena. Sie spülten 1150 brasilianische Real, umgerechnet 342,18 Euro, in die Kassen. Angesichts der sportlichen Bedeutung dieses Endspiels eine erbärmliche Resonanz. Trotz allen Aufwands der Marketingabteilung ist es nicht gelungen, eine echte Fanbasis zu entwickeln. Im Großraum São Paulo ist die Konkurrenz mit zahlreichen Traditionsklubs wie den Corinthians, Palmeiras oder dem FC São Paulo eine ganz andere als im lange Jahre vom Fußball entwöhnten Großraum Leipzig. Niemand hat hier auf einen Retortenklub gewartet. „Mit der Niederlage ist Red Bull aus der Serie D ausgeschieden“, heißt es lapidar auf der Website des Klubs, die ähnlich wie in Leipzig oder in Salzburg im Design des Getränke-Konzerns gehalten ist.

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