Eliminatorias 2018: Brasilien schwebt, Argentinien kriecht und Chile zittert

Während sich das kleine Märchen von Brasilien fortsetzt, quält sich Erzrivale Argentinien durch die WM-Qualifikation. Noch schwerer tut sich Südamerika-Meister Chile, der den Anschluss zu verlieren droht. Der 13. Spieltag in der Übersicht:

Zumindest die Optik stimmt: Kolumbiens Fans können mit dem Sprung auf Platz vier zufrieden sein. Mit der Leistung allerdings weniger. Foto: Tobias Käufer

Kolumbien – Bolivien 1:0 (0:0)

Mühsam schleppten sich die Cafeteros zum Dreier über Bolivien. In Barranquilla sorgte James Rodriguez für den Siegtreffer.

Ohne Superstar Falcao taten sich die Gastgeber im nicht ganz ausverkauften Rund in Barranquilla lange schwer. Ausgerechnet die vermeintlichen Leistungsträger James Rodriguez (Real Madrid) und Juan Caudrado (Juventus Turin) leisteten sich einige Fehlpässe gegen tapfer verteidigende Bolivianer, die aber im Spiel nach vorne harmlos blieben. Ausgerechnet dieses Duo sorgte dann doch noch für die Entscheidung: Nach einem Foul an Cuadrado verwandelte James den fälligen Strafstoss zum 1:0-Siegtreffer (82.) im Nachschuss. Luis Muriel (Samp. Genua) musste verletzt ausgewechselt werden. Drei Punkte eingesackt, in der Tabelle geklettert, alles andere ist schon bald vergessen.

Paraguay – Ecuador 2:1 (1:0)

Paraguay meldet sich im Kampf um die Qualifikationsplätze zurück, Ecuador rutscht weiter ab.

Der Traum von der WM-Teilnahme wird für Paraguay wieder ein Stück greifbarer: In Asuncion gewannen die Gastgeber mit 2:1 (1:0) gegen Ecuador, das nach seinem fulminanten Start in die Runde mehr und mehr an Boden verliert. Bruno Valdez (12.) und Junior Alonso (64.) trafen für die Gastgeber, Felipe Caicedo (79.) gelang im Stadion „Defensores del Chaco“ nur noch der Anschlusstreffer. Mit 18 Punkten ist Paraguay nun auf zwei Punkte an den ehemaligen Tabellenführer Ecuador herangerückt, der derzeit Play-off-Platz Fünf belegt. Für Paraguay kämpfte Ingolstadts Dario Lezcano eine gute Stunde mit um den Dreier.

Venezuela – Peru 2:2 (2:0)

Venezuela schlägt sich im heimischen Maturin achtbar, Peru zieht noch einmal den Kopf aus der Schlinge.

Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel: Peru bleibt nach dem 2:2 in Venezuela mit 15 Punkten noch in Reichweite der ersten fünf Plätze, aber eigentlich war ein Dreier in Maturin fest eingeplant. Doch die „Vinotino“ ergab sich keinesfalls kampflos: Die Gastgeber um den ehemaligen Duisburger Rolf Feltscher und den Ex-Hamburger Tomas Rincon sorgten durch die Treffer von Mikel Villanueva (23.) und Romulo Otero (39.) für Schnappatmung bei den Gästen. In der Pause dürfte Perus argentinischer Trainer Ricardo Gareca eine ordentliche Gardinenpredigt gehalten haben. Und sie da: André Carrillo (46.) gleich nach dem Wiederanpfiff und der unverwüstliche Paolo Guerrero (63.) glichen für Peru aus. Damit sprangen die Gäste dem Qualifikationstod noch einmal kurzfristig von der Schippe, in den verbleibenden fünf Spielen muss aber durchweg gepunktet werden.

Argentinien – Chile 1:0 (1:0)

Natürlich Lionel Messi. Wer sonst. Mit einem verwandelten Foulelfmeter sicherte der Weltstar den Gastgebern den Sieg.

Mühsam qiält sich die Vizeweltmeister durch die WM-Qualifikation. Zwar ließen Lionel Messi, Angel Di Maria und Co. gelegentlich ihre Klasse aufblitzen, aber diese argentinische Auswahl verbreitet nicht wirklich Angst und Schrecken. Und so kam es wie es kommen musste: Mit einem verwandelten Foulelfmeter sorgte Messi in de 15. Minute für die Entscheidung. Gegen Ende der Partie erspielten sich der der Südamerika-Meister aus Chile noch einige Vorteile, doch wirklich zwingend war das nicht. Ohne den gesperrten Bayern-Profi Arturo Vidal wirkte das chilenische Spiel bei weitem nicht so kraftvoll wie gewohnt. Chile rutscht aus den Qualifikationsrängen und steht nun gewaltig unter Druck. Argentinien rückt auf Platz drei vor und hat damit erst einmal den schlimmsten Albtraum verscheucht.

Uruguay – Brasilien 1:4 (1:1)

Brasilien hat die Tickets für Russland sicher: Nach dem 4:1-Sieg in Montevideo gilt die Selecao als einer der großen Turnierfavoriten.

Superstar Neymar: Das brasilianische Herz schlägt wieder im richtigen Rhythmus. Foto: Lucas Figueiredo/CBF

Da schweben sie dahin die Brasilianer: In den Jahren 2014 bis 2016 bei Welt- und Südamerikameisterschaften übel gedemütigt, findet die Selecao zur Substanz ihres Spieles zurück: Die Freude am Spiel. Auch der frühe Rückstand durch einen Foulelfmeter von Edinson Cavani (8.) brachte die neuformierte Truppe um Neu-Trainer Tite nicht aus dem Konzept. Stattdessen schlug die Stunde von Paulinho: Der 28jährige Mittelfeldspieler zeigt, dass man offenbar auch im Reich der Mitte das Fußballspielen nicht verlernen muss. Bei Guangzhou Evergrande scheffelt der Ex-Tottenham-Star Millionen. In Montvideo traf er gleich dreimal für die Gäste: In der 18. Minute zum 1:1, in der 51. zum 2:1-Führungstreffer und in der Nachspielzeit zum 4:1-Endstand. Zuvor veredelte Neymar Jr. (74.) höchstpersönlich den Auswärtssieg mit einem traumhaften Heber zum 3:1. Der siebte Sieg in Folge für Tite.

Auf Tobias Käufer findet Ihr Live-Tweets zum Spieltag.

Hier: Das Restprogramm der Elminiatorias 2018

Hier: Die bisherigen Ergebnissse in der Übersicht

Hier: Die aktuelle Tabelle der Eliminatorias 2018

Von Tobias Käufer für © Latin-Soccer.de

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