Eliminatorias 2018: Peru zittert vor dem Rasen in Maturin

Venezuela gegen Peru: Nach den bislang gezeigten Leistungen in den Eliminatorias kein wirklicher Leckerbissen, aber für die Gäste aus Peru eine enorm wichtige Partie, wollen es Paolo Guerrero und Co. dann doch nochmal zu einer Weltmeisterschaft schaffen.

Bogota (Latin-Soccer) Es geht ins letzte Drittel der 18. Spieltage umfassenden südamerikanischen WM-Qualifikation. Während es für Gastgeber Venezuela mit bislang nur einem Sieg und fünf Punkten aus den ersten zwölf Spieltagen darum geht, mit erhoben Kopf die Runde zu beenden, ist Peru (Platz acht) mit 14 Zählern im Rennen um den wichtigen Relegationsrang fünf in der Abschlusstabelle zumindest noch nicht ganz abgeschlagen. Den Play-off-Platz hält derzeit Argentinien mit 19 Zählern.

Zehn Jahre alt das Foto: Damals war der Rasen noch sattgrün, der Verbandschef noch nicht im Gefängnis und die Hoffnungen in Maturin groß. Foto: Organisationskomitee Copa America Venezuela 2007

Probleme mit dem Rasen

Damit Peru seine Chance wahren kann, muss am Donnerstag (Ortszeit) unbedingt ein Sieg im Stadion „Monumental de Maturin“ her. Fertiggestellt wurde die Arena vor zehn Jahren für die Copa America 2007 in Venezuela. Damals regierte noch ein im Land enorm populärer Revolutionsführer Hugo Chavez und der hohe Ölpreis spülte Milliarden in die Staatskasse. Das machte übermütig: Chavez spendierte Maturin eine Arena im Maßstab des Hamburger Volksparkstadions (52.000 Zuschauer). Inzwischen ist Chavez tot (er erlag 2013 einem Krebsleiden), Venezuela droht wegen katastrophaler Wirtschaftspolitik und niedrigem Ölpreis der Kollaps. Die Krise ist auch in Maturin angekommen. Im Vorfeld der Partie rief laut Medienberichten sogar eine peruanische Delegation die FIFA um Hilfe, weil das Stadion, Heimstätte des Monagas SC in schlechter Verfassung sei. „Wir haben mit der FIFA gesprochen und unsere Besorgnis ausgedrückt“, sagte Garcia Pye dem Portal „Depor“. Vor allem der Rasen entspreche nicht den Anforderungen eines WM-Qualifikationsspiels.

Beziehungen angespannt

Hinzu kommt eine politische Brisanz: Jüngst wuchsen die Spannungen zwischen dem sozialistisch regierten Venezuela und dem konservativ regierten Peru: Weil Perus Präsident Pedro Pablo Kuczynski angesichts der politisch und wirtschaftlichen Krise vor einem Massenexodus aus Venezuela warnte und seinen Nachbarn riet, sich auf eine Flüchtlingskrise vorzubereiten, konterte Venezuelas Außenministerin Delcy Rodriguez, der peruanische Präsident sei ein treuer Hund, der den Vorgaben des „Imperiums“ folge. Die gute alte Imperialismuskeule, die Venezuela inzwischen gegen nahezu alle lateinamerikanischen Länder schwingt, die nicht Augen vor den schweren Menschenrechtsverletzungen in dem Land verschließen.

Venezuela steht nach der Ära Juan Arango, der inzwischen beim FC Zulia spielt und in der Copa Libertadores jüngst seinen ersten Sieg einfuhr, wieder einmal vor einem Neuaufbau. Trotzdem: Die Zeiten, dass die „La Vinotinto“ ein willkommener Punktelieferant waren, sind schon lange vorbei. Mit dem Ex-Duisburger Rolf Feltscher und Andrés Ponce aus Lugano stehen wieder zwei „Schweizer“ im Aufgebot Venezuelas.

Das Hinspiel:

Rómulo Otero (31.) und Mikel Villanueva (56.) brachten Venezuela in Lima mit 2:0 in Führung und die Gastgeber in die Nähe eines Nervenzusammenbruchs, doch Paolo Guerrero (60.) und Raúl Ruidíaz (90.+3.) in der Nachspielzeit retteten für Peru, in dessen Reihen damals noch Claudio Pizarro stand, wenigstens einen Zähler. Trotz des späten Ausgleichs: Diesen beiden fest eingeplanten Punkten läuft Peru bis heute hinterher, um so wichtiger wäre ein Dreier in Maturin, um die Scharte von damals auszuwetzen und die Lücke zu schließen.

Bewegend:

Angesichts der verheerenden Überschwemmungskatastrophe in Peru in diesen Tagen zeigte sich Nationaltrainer Ricardo Gareca schockiert. Der Argentinier schickte via Video-Botschaft eine Soldidaritätsbotschaft an die Opfer der Katastrophe, bei denen mindestens 75 Menschen in Folge schwerer Regenfälle ihr Leben verloren.


Hier: Das Restprogramm der Elminiatorias 2018

Hier: Die bisherigen Ergebnissse in der Übersicht

Hier: Die aktuelle Tabelle der Eliminatorias 2018

Von Tobias Käufer für © Latin-Soccer.de

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