Copa America künftig offenbar parallel zur Europameisterschaft

Die Copa America soll künftig parallel zur Europameisterschaft ausgetragen werden. Foto: Tobias Käufer

BOGOTA (LATIN-SOCCER) Die südamerikanische Fußball-Verband Conmebol hat nach Informationen von „Globoesporte“ (Brasilien) weitreichende Entscheidungen über die Zukunft der Copa America getroffen. Das älteste Nationenturnier der Welt soll künftig offenbar parallel zur Europameisterschaft stattfinden. Zwar gibt es 2019 noch die vorgesehene Auflage in Brasilien in der eigentlich geplanten Abfolge, danach – so berichtet „Globoesporte“ – soll im Jahr 2020 wie bereits 2016 die Copa America in den USA stattfinden. Der Beginn eines neuen Vier-Jahres-Rhythmus analog zur EM.

In der Folge soll dann auch die Vergabe des Turniers neu geregelt werden. Eigentlich erfolgt die Gastgeberolle in alphabetischer Reihenfolge, Chile (2015) und Brasilien (2019) hatten nach Argentinien (2011) die Reihenfolge getauscht, weil Brasilien bereits 2014 Gastgeber der WM und 2016 der Olympischen Spiele war und das Land dazwischen eine Atempause bekommen sollte.

Der südamerikanische Verband würde damit auch einem Wunsch des Weltverbandes FIFA folgen, der den weltweiten Turnierkalender angleichen will. Lanfristig sollen auch die Asien-Meisterschaft und der Afrika-Cup in einem ähnlichen Rhythmus ausgetragen werden, zumindest ist das der Wunsch der Offiziellen. Zudem war der wirtschaftliche Erfolg der Copa América Centenario, die 2016 zum 100. Geburtstag des Turniers in den USA und damit auch erstmals außerhalb Südamerikas stattfand, offenbar überzeugend. In den USA konnten weitaus höhere Ticketpreise realisiert werden, zudem war durch die Zusammenfassung mit dem nord- und mittelamerikanischen Verband auch der „Rest Amerikas“ mit von der Partie. Ob das auch in Zukunft der Fall ist, ist unklar. Es wäre dann allerdings auch der Abschied von der traditionellen „Fußball-Südamerikameisterschaft“ in bisherigem Stil. Das hätte dann wiederum auch Auswirkungen auf den Confed-Cup, für den neben dem Gastgeber und dem Weltmeister auch die kontinentalen Meister qualifiziert sind.

Die lateinamerikanischen Migranten in den USA nahmen das Turnier im vergangenen Jahr mit insgesamt 16 Mannschaft gut an, die Einschaltquoten waren ordentlich. Eine offizielle Bestätigung für den Medienbericht steht noch aus, es wird erwartet, dass sich Conmebol in Kürze zu den Berichten äußern wird.

Von Tobias Käufer für © Latin-Soccer.de