Copa Libertadores, Gruppe 1: Botafogo rockt das Olympiastadion

Wichtige Heimsiege in der Todesgruppe 1 für Botafogo aus Brasilien und Barcelona aus Ecuador setzen die favorisierten Teams Atletico Nacional aus Kolumbien und Estudiantes aus Argentinien unter Druck. Rio de Janeiro erlebte derweil innerhalb weniger Tage die zweite erfolgreiche Feuertaufe für eine Arena, die nach den Olympischen Spielen neu genutzt wird.

Gruppe 1:

Botafogo (BRA) – Estudiantes (ARG) 2:1 (1:1)
Botafogo rockt das Olympiastadion
Auch die nächste Runde im brasilianisch-argentinischen Duell im Rahmen des ersten Spieltages der Copa Libertadores 2017 ging an den Zuckerhut. Vor knapp 30.000 Zuschauern im Olympiastadion in Rio de Janeiro, in dem vor ein paar Monaten noch Usain Bolt über die blaue Laufbahn zu Gold sprintete, gelang Botafogo in der Todesgruppe 1 ein Start nach Maß. Roger (33.) mit sehenswerten Fallrückzieher zum 1:0, Otero (61.) mit ebenso schönen Distanzschuss zum 1:1 sowie Rodrigo Pimpão (78.) mit dem Siegtreffer sorgten für die Tore. Für das „Estádio Nilton Santos“ war es der erste Härtetest unter Wettkampfbedingungen nach den Sommerspielen. Auch wenn es kein reines Fußballstadion ist, ein Erlebnis war es für die begeisterten Fans auf jeden Fall.

Barcelona (ECU) – At. Nacional (COL) 2:1 (1:1)
Fehlstart für den Titelverteidiger
Diese Niederlage kann Titelverteidiger Atletico Nacional aus Medellin noch teuer zu stehen kommen: Im Schmuckkästchen Monumental Isidro Romero Carbo in Guayaquil unterstützten viele in Ecuador lebende kolumbianische Fans den Klub aus dem Nachbarland. Reinaldo Rueda, Südamerikas Trainer des Jahres 2016, stand nach seiner Hüftoperation erstmals wieder an der Seitenlinie. Zunächst lief alles nach Wunsch für die Gäste: Jhon Mosquera Rebolledo traf nach 13. Minuten zur Führung für die Gäste, danach drehten Jonatan Álvez (24.) und Marcos Caicedo (45.) mit dem Pausenpfiff das Spiel. Hektisch wurde es in Nachspielzeit, als Mateus Uribe (Nacional) und Damián Díaz (Barcelona) wegen eines überflüssigen Handgemenges jeweils die Rote Karte sahen. Vorbildlich: Schiedsrichter Julio Bascuñán ließ nach den zeitverzögerten Tumulten in Minute 94 noch einmal für Jedermann im Stadion anzeigen, wieviel Rest-Nachspielzeit verbleibt: 2 Minuten. Hätte man sich zum Beispiel in der Partie Hertha BSC gegen Bayern auch gewünscht.

Tobias Käufer
Latin-Soccer.de