Brasilien müht sich zu einem Remis gegen Ecuador

Brasiliens Trainer Dunga. Foto: Rafael Ribeiro / CBF

Brasiliens Trainer Dunga. Foto: Rafael Ribeiro / CBF

So weit es ist gekommen: Wenn mehr Glanz und Glamour auf der Tribüne sitzt, statt über den grünen Rasen zu laufen, dann ist Brasiliens aktuelle Selecao im Einsatz. Superstar Neymar, der in diesen Tagen in den sozialen Netzwerken mit einem Schnappschuss von seinem temporären Feriendomizil in Los Angeles von sich reden macht, und Teenie-Idol Justin Bieber saßen in einer Loge in Pasadena und sahen ein mühevolles 0:0 des fünffachen Weltmeisters Brasilien gegen Ecuador. Neymar hat sich für einen Luxus-Urlaub in den USA entschieden, statt seinem arg in Bedrängnis geratenen Trainer Dunga bei der Copa America unter die Arme zu greifen. Schließlich soll der Superstar des FC Barcelona im August Olympisches Gold in seiner Heimat holen.

Da auch Douglas Costa von Bayern München sowie eine Handvoll anderer Stars nicht zur Verfügung stehen, muss Dunga auf das bauen, was übrig ist. Und das reicht im Moment eben zu nicht mehr als einem 0:0 gegen Ecuador. Dabei hatte Brasilien noch Glück, als einem eigentlichen regulären Treffer Ecuadors nach einem Fehler Alissons die Anerkennung verweigert wurde. Rios Tageszeitung „O Globo“ startete daraufhin schon einmal die Torwartdiskussion: „Alisson verharmlost Fehler beim annullierten Tor Ecuadors“.

Der Außenseiter aber zeigte, warum er gerade in der südamerikanischen WM-Qualifikation so stolz von der Spitze grüßt wie sonst nur ein Bergsteiger von einem Anden-Gipfel: Diszipliniert, organisiert und ohne allzu großes Risiko spielte die Mannschaft von Trainer Gustavo Quinteros ihren Stiefel runter. Das reicht, um die Chance zu wahren in der Gruppe mit Peru und Haiti vom Weiterkommen zu träumen. Quinteros hat innerhalb von nur einem Jahr einen enormen Kurswechsel vollzogen: Bei der Copa Amercia 2015 in Chile nach katastrophalen Auftritt noch fast vom Hof gescheucht, eilt die „Tricolor“ seitdem von Erfolg zu Erfolg.

Immerhin durfte ein Anderer in Erinnerungen schwelgen: Brasiliens Trainer Dunga kehrte an jener Stelle zurück, an der er 1994 als Kapitän der brasilianischen Selecao den WM-Pokal in die Höhe reckte. Im Rose Bowl von Pasadena. Früher war halt alles besser…

Pressestimmen:

El Universo (Quito): „Die Tricolor beginnt die Copa mit einem Remis gegen die glanzlosen Grüngelben“

O Globo (Rio de Janeiro): „Alisson verharmlost Fehler beim annullierten Tor von Ecuador“.

Brasilien – Ecuador 0:0

Brasilien: Alisson; Dani Alves, Marquinhos, Gil, Filipe Luis; Casemiro, Elías (86. Lucas Lima), Augusto; Coutinho, Willian (76. Lucas Lima), Jonas (62. Gabriel). Trainer: Dunga.

Ecuador: Dreer; Walter Ayoví, Mina, Achilier, Paredes; Noboa, Gruezo, Montero (81. Martínez), Bolaños (90. Galbor), Antonio Valencia, Enner Valencia (81. Jaimen Ayoví). Trainer: Gustavo Quinteros.

Tore: Fehlanzeige

Zuschauer:
53.158, Rose Bowl, Pasadena

Schiedsrichter: Julio Bascuñán (Chile)

Tobias Käufer für Latin-Soccer

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