Wie Bayern-Neuzugang Douglas Costa seiner Heimatstadt hilft

Im Dezember organisiert Bayern-Neuzugang Douglas Costa ein Benefizspiel in seiner Heimatstadt Sapucaia do Sul. Er greift damit Kindern und Jugendlichen unter die Arme.

Man dürfe niemals vergessen wo man herkomme, hat Papst Franziskus während seiner Südamerika-Reise vor ein paar Tagen seinen Zuhörern in Ecuador, Bolivien und Paraguay eindrucksvoll ins Stammbuch geschrieben. Vielleicht wirken diese Worte des ersten Kirchenoberhauptes aus Lateinamerika deswegen so authentisch, weil Franziskus während seiner Zeit in Buenos Aires Stammgast in den Elendsvierteln der argentinischen Hauptstadt war. Er kennt den täglichen Überlebenskampf der Menschen, die oft nicht wissen wie sie den nächsten Tag überstehen sollen.

Das Bild zeigt laut Blog "bolaemjogosapucaiadosul" Douglas Costa mit seinem Großvater. Screenshot

Das Bild zeigt laut Blog „bolaemjogosapucaiadosul“ Douglas Costa mit seinem Großvater. Screenshot

Wie schlägt man nun den Bogen zu Douglas Costa? Der Neuzugang des FC Bayern war während der Weihnachtsferien zu Hause in seiner Heimatstadt Sapucaia do Sul. In der Kleinstadt im Bundesstaat Rio Grande do Sul wohnen rund 125.000 Menschen. Die Stadt gehört zum Einzugsgebiet der Millionen-Metropole Porto Alegre. Hier tobt nicht das Leben wie in Miami Beach oder an der Copacabana wo sich gut bezahlt Fußballprofis gerne die Winterpause um die Ohren schlagen.

Sapucaia do Sul ist keine reiche Stadt, auch wenn sie im eher wohlhabenden Süden Brasiliens liegt. Vor allem in den Außenbezirken gibt es Probleme mit Kriminalität und Gewalt, berichten lokale Medien. Im Dezember organisierte der Neuzugang des FC Bayern eine Benefizveranstaltung im lokalen Fußballstadion „Estádio Arthur Mesquita Dias“. Das „Spiel der Stars“ brachte einen handfesten Erfolg wie das lokale Blatt „Folha do povo“ zu berichten weiß: Zwei Tonnen Lebensmittel erspielten die Stars um Douglas Costa, der sich bei der Organisation des Events selbst einbrachte. Rund ein Dutzend Profis aus der Region waren der Einladung zum Kick gefolgt, zudem war ein Schiedsrichter des nationalen Verbandes CBF war gekommen.

Auch Vater Antônio Costa und Organisator Juliano Feijão gehörten zu den treibenden Kräften des Benefizkicks, das zu einer ständigen Einrichtung werden soll. Keine Glamour-Gala, keine fernsehtaugliches Event, dafür aber wirkungsvoll. Es sei ein Spiel für die Kinder und Jugendliche, die Hilfe dringend notwendig hätten. Das sei das allerwichtigste, zitierte „Folha do povo“ Douglas Costa nach der Partie. Bilder eines lokalen Portals zeigen ihn wie er mit den Kids herumtollt und dabei sichtlichen Spaß hat.

Und noch etwas deutet daraufhin, dass der brasilianische Nationalspieler seine Wurzeln nicht vergisst und trotz der Millionen geerdet bleibt. Vor der Partie übergab der Mittelfeldspieler, der Frank Ribery im Bayern-Kader so richtig Druck machen soll, eine Ehrentafel an die Stadtververwaltung. Sie soll an seinen erst kurz zuvor verstorbenen Trainer Biba erinnern, der ebenfalls aus Sapucaia do Sul stammt.

Von Tobias Käufer für © Latin-Soccer.de

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