Paolo Guerrero: Auf dem Weg zum König vom Maracana

Zugegeben es waren erst drei Spiele. Aber der Auftakt, den Paolo Guerrero im Trikot von Flamengo Rio de Janeiro hingelegt hat, ist beeindruckend: Drei Spiele, drei Tore, drei Siege. Der ehemalige Bundesliga-Profi ist auf dem Weg ein Hoffnungsträger für den Kultklub in Rot-Schwarz zu werden. „Ich hoffe, dass ich in dieser Art und Weise weiter spielen kann und den Fans damit Freude bereite“, sagte Guerrero in einem Interview mit dem TV-Sender Fox Sports. „Ich hoffe, dass die Fans dann auch weiterhin Vertrauen in uns haben.“ Gleichzeitig verriet der Peruaner auch, warum er aus Sao Paulo an den Zuckerhut nach Rio de Janeiro wechselte. Er habe lange auf ein Angebot der Corinthians gewartet, doch weil deren Vereinsspitze nicht reagierte, suchte sich Guerrero eine neue Aufgabe: „Meine Arbeit ist nun einmal Fußballspielen.“ Corinthians wollte nicht verlängern, das Angebot von Flamengo passte und so jagt der Peruaner dem Ball jetzt sehr erfolgreich im WM-Finalstadion hinterher.

Erstes Tor im ersten Spiel

Ganz vier Tage lagen zwischen seinen vierten Turniertreffer im Spiel um Platz drei bei der Copa America gegen Paraguay, mit dem sich der Peruaner zum zweiten Mal in Folge die Torjägerkrone des ältesten Nationenturniers der Welt sicherte und seinem ersten Treffer für den neuen Arbeitgeber. Beim wichtigen 2:1-Auswärtssieg bei Internacioal Porto Alegre steuerte der Ex-Bayern-Profi den ersten Treffer nach elf Minuten bei. Für den prominenten Neuzugang war es ein Einstand nach Maß. Im darauffolgenden Heimspiel gegen Ex-Klub Corinthians, für die Guerrero noch bis zur Copa America gespielt hatte, fehlte der ehemalige Hamburger und prompt gab es eine herbe 0:3-Schlappe für die Hausherren.

Paulo Guerrero bei der Flamengo-Pressekonferenz vor dem Spiel in Goias

Paulo Guerrero bei der Flamengo-Pressekonferenz vor dem Spiel in Goias

Dafür gab es dann im Pokal beim 2:0-Erfolg Flamengos bei Nautico im zweiten Spiel den zweiten Sieg und den zweiten Treffer für den Spieler mit der CBF-Passnummer 420184. In der Arena Pernambuco traf Guerrero zum alles entscheidenden 2:0 (71.) im Rückspiel beim Zweitligisten.

Siegtreffer gegen Gremio

Und schließlich erzielte Guerrero auch noch den 1:0-Siegtreffer über Grêmio Porto Alegre (41.) vor fast 50.000 Zuschauern im rot erleuchteten Maracana. Dabei ließ sich der inzwischen 31jährige auch nicht von einem ziemlich üblichen Faustschlag des ehemaligen Kölners Pedro Geromel aus der Fassung bringen. Die Flamengo-Fans feierten Guerrero für eine starke Vorstellung.

Hoffnung auf die Copa Libertadores

Mit seinem ausgezeichneten Start hat Guerrero die Hoffnungen der Fans des populärsten brasilianischen Klubs geweckt, dass es in den nächsten Wochen von Platz 14 vielleicht doch noch einmal in die Nähe von Platz 4 gehen könnte. Der berechtigt zur Qualifikation an der kommenden Copa-Libertadores-Runde, der südamerikanischen Königsklasse. Genau dieses Ziel gibt Guerrero aus: „Es wäre schön einen Platz in der Copa Libertadores zu erreichen.“ Das hört man gern unter dem Zuckerhut.

Doch dazu wäre jetzt erst einmal eine kleine Siegesserie nötig. Und ein Erfolg am besten schon am Sonntag um 16 Uhr Ortszeit im Stadion Serra Dourada. Gastgeber Goiás liegt nur drei Punkte hinter Flamengo. Für „Mengo“ ist es deswegen ein richtungsweisendes Spiel. Entweder bleibt die Mannschaft weiter im unteren Tabellendrittel hängen oder der Blick darf nach einem Dreier nach oben gerichtet werden.

Von Tobias Käufer für © Latin-Soccer.de

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